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MS im Überblick

Was ist Multiple Sklerose (MS)?

MS ist eine der häufigsten Ursachen für nicht traumatisch-bedingte Behinderung bei Erwachsenen jüngeren und mittleren Alters. Es handelt sich um eine chronische Autoimmunerkrankung bei der es durch eine Fehlfunktion des Immunsystems zu einer Zerstörung der körpereigenen Zellen im ZNS (Zentralnervensystem) kommt. Dabei die Nervenscheiden der Nervenfasern und/oder die Nervenzellen (Neurone) selbst angegriffen.1

Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, bei der es im Laufe der Jahre zu Funktionseinschränkungen verschiedener Bereiche kommen kann. Symptome, Schweregrad und Verlauf der MS können je nach betroffenen Körperstellen und Ausmaß der Schädigung innerhalb des Nervensystems sehr unterschiedlich ausfallen und führt zu einem unterschiedlichen Grad an Behinderung. Man nennt diese Erkrankung daher auch „Krankheit der tausend Gesichter.“

Bis zu 2,5 Millionen Menschen leiden weltweit unter MS. Diese bricht oft zu Beginn des Erwachsenenalters (zwischen 20 und 40 Jahren) aus. Bei Frauen ist das MS-Risiko mehr als doppelt so hoch als bei Männern2,3.

Die Häufigkeit von MS variiert je nach Region. In gemäßigten Klimazonen ist die Inzidenz höher als in äquatorialen Gebieten. In Europa steigt die MS-Prävalenz (= Krankheitshäufigkeit) von Süden nach Norden kontinuierlich an. (20/100 000 bis 200/100 000). Durch den Einfluss von unterschiedlichen Lifestyle-Faktoren, aber auch ethnischen Veränderungen durch Einwanderungen in verschiedene Regionen, kann es aber zu Abweichungen dieser generellen Aussage kommen4.

In Österreich leben ungefähr ca. 13 200 Patienten mit MS. Die Prävalenz (= Krankheitshäufigkeit) liegt bei durchschnittlich 158 / 100 000 Einwohnern5.

Symptome

Symptome der Multiplen Sklerose können sehr unterschiedlich ausfallen und hängen von der Lokalisation, vom Ausmaß der Demyelinisierung (Zerstörung der Myelinscheiden der Nervenfasern) und der Axonschädigung (Nervenzellfortsatz, der zur Weiterleitung von Impulsen dient) im Zentralnervensystem ab. Häufig treten frühzeitig Sehstörungen als Zeichen einer Sehnervenentzündung auf. Aber auch motorische Störungen in Form einer Gangunsicherheit oder Sensibilitätsstörungen können erste Anzeichen einer MS sein.

Über die oben genannten hinaus sind folgende Symptome bei der MS möglich (es treten aber nicht alle Beschwerden bei jedem Patienten auf):

  • Fatigue (ausgeprägte Erschöpfungs- und Müdigkeitszustände)
  • Lähmungen
  • Lähmungen
  • Kraftlosigkeit in Armen und Beinen
  • Schmerzen
  • Schwindel
  • Sprechstörungen
  • Gefühlsstörungen
  • Hirnatrophie (Hirngewebeschwund)
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Depressionen und/oder depressive Verstimmungen
  • Gedächtnis- / Konzentrationsstörungen
  • etc.

Symptome der Multiplen Sklerose

Verlaufsformen

Es gibt vier verschiedene Formen von MS: das klinisch isolierte Syndrom (KIS), die schubförmige MS („relapsing-remitting”, RRMS), die sekundär progrediente MS (SPMS) und die primär progrediente MS (PPMS). Bei rund 80% aller MS-PatientInnen bricht die Erkrankung als schubförmig remittierende MS Form aus6.

Wie wird MS diagnostiziert?

MS kann nicht anhand eines einzigen Tests diagnostiziert werden. Ziel ist es herauszufinden, ob die Symptome auf eine MS oder eine andere Störung des Zentralnervensystems zurückzuführen sind. Die MS-Diagnose basiert auf:

Episoden neurologischer Symptome und Anzeichen, die typisch für einen MS-Schub sind. Als Schub bezeichnet man klinische Zeichen und Symptome, die neu auftreten oder auch bereits vorhanden, aber plötzlich stärker sind. Sie müssen mindestens 24 Stunden anhalten, mit einem Zeitintervall von mindestens 30 Tagen zum Beginn vorausgegangener Schübe auftreten und nicht im Rahmen von Infektionen erklärbar sein.

Anhand einer Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns und des Rückenmarks können durch MS verursachte Entzündungen und Narbengewebe im Zentralnervensystem festgestellt werden.

Liquor wird entnommen und auf MS-typische Marker getestet, um die Diagnose zu bestätigen.

Mit Hilfe der evozierten Potenziale (EP) wird die Leitfähigkeit der Nervenbahnen im Zentralnervensystem gemessen. Auf diese Weise können auch demyelinisierte Läsionen entdeckt werden6.

Wie wird MS behandelt?

Man unterscheidet bei der Therapie der MS zwischen der Schubtherapie und der Intervalltherapie.

Der akute Schub wird in der Regel mit Kortison behandelt (intravenöse Therapie mit Methylprednisolon über drei bis fünf Tage).

Die Intervalltherapie hat das Ziel, das Immunsystem so zu verändern, dass Entzündungen im Gehirn erst gar nicht entstehen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Medikamenten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen und Wirkstärken, aber auch unterschiedlichen Anwendungsformen und Nebenwirkungen. Diese Therapien können helfen, neue Schübe zu verhindern und den progressiven Verlauf der MS zu verlangsamen.

Zudem gibt es die sogenannten symptomatischen Therapien zur Behandlung der individuellen MS-Symptome7.

Referenzen:

1 Volker Limmroth, Eckhart Sindern: Multiple Sklerose. Thieme, Stuttgart 2004
2 Kingwell et al; Incidence and prevalence of multiple sclerosis in Europe: a systematic review. BMC Neurol. 2013 Sep 26
3 D. Sturm et al; Multiple sclerosis: a review of the disease and treatment options; Consult Pharm. 2014 Jul;29(7):469-79
4 Kingwell et al; Incidence and prevalence of multiple sclerosis in Europe: a systematic review. BMC Neurol. 2013 Sep 26
5 Ulf Baumhackl: ÖSMB-Österreichische Multiple Sklerose Bibliothek 2.Auflage 2017
6 Volker Limmroth, Eckhart Sindern: Multiple Sklerose. Thieme, Stuttgart 2004
7 KKNMS-Kompetenznetz Multiple Sklerose – Qualitätshandbuch 2019

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