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Posten, liken, sharen: PatientInnenblogs auf Social Media

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Auf Social-Media-Kanälen tauschen sich Menschen aus und teilen das, was sie bewegt. Auch PatientInnen betreiben Blogs und schaffen damit Bewusstsein für ihre Erkrankung. Für PatientInnenorganisationen können sie ein Weg sein zu mehr Reichweite – und Spenden.

Ein scharfer Kommentar auf Twitter, eine verletzende Äußerung auf Facebook: Soziale Medien stehen häufig in der Kritik – auch was den Datenschutz der großen BetreiberInnenfirmen angeht. Was einmal online gestellt wird, ist für andere auffindbar und sehr einfach teilbar, kurzum: Die Inhalte entziehen sich dem eigenen Einfluss. Wer sich dennoch dazu entschließt, ein Profil zu erstellen und seine Geschichten mit anderen zu teilen, kann aber auch einiges gewinnen.

Herausforderung angenommen

Ihr Haarschnitt ist lässig, der Kleidungsstil modisch und farbenfroh: Claudia Altmann-Pospischek kommt sehr selbstbewusst rüber. Diese Frau steht mitten im Leben – und sie ist eine Krebspatientin: 2013 bekam sie die Diagnose Brustkrebs mit Metastasen in Leber und Knochen.

Krankheit und Therapie veränderten ihren Alltag. Aber Claudia wollte ihre neue Situation nicht passiv über sich ergehen lassen. „Ich wollte rausgehen und etwas bewirken“, blickt sie heute zurück. Aus dieser Grundidee heraus sollte ein Blog namens „Claudia’s Cancer Challenge“ entstehen, den sie mittlerweile schon seit zwei Jahren auf Facebook betreibt. Täglich postet die Wiener Neustädterin über ihre Erfahrungen, ruft zur Vorsorge auf, vermittelt Hintergrundwissen und teilt ihre Gedanken – offen, ehrlich, und mit viel positiver Energie.

Viel positives Feedback

„Soziale Medien sind für PatientInnen ein guter Weg, um sich miteinander zu vernetzen und über relevante Themen zu diskutieren. Man kann sich schnell Hilfe holen und genießt dennoch eine gewisse Anonymität“, meint Felicitas Kilga von der Social Media Agentur Ambuzzador. Klar gäbe es im Web auch beleidigende Kommentare und Kritik. „Aber gerade bei medizinischen Blogs ist das sehr selten der Fall. Da sind Social Media das Beste, was sie sein können.“

„Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht und bekomme sehr wertschätzendes Feedback“, berichtet Claudia Altmann-Pospischek. Schon das Schreiben an sich sei für sie ein Benefit, da sie ihre Erlebnisse damit besser verarbeiten könne. Sie habe über diesen Weg aber auch Freundschaften geknüpft. „Gestartet habe ich meinen Blog aus praktischen Gründen, weil es aufwendig war, FreundInnen und Verwandte einzeln über den Verlauf meiner Behandlungen zu informieren“, sagt sie. „Aber ich wollte meine Krankheit damit auch in die Öffentlichkeit bringen.“

Marketing für die gute Sache

Für Michael Feilmayr aus Gmunden geht es um Reichweite, er nutzt Facebook als Marketingtool – ganz ohne monatliche Gebühr. Seine Geschichte ist eine ähnliche: 2008 wurden bei ihm gleich vier verschiedene Krebsarten entdeckt. Weil seine Firma Konkurs anmelden musste, verlor er zudem seinen Job als Vertriebsleiter. Zwei Jahre später war er austherapiert, der Krebs gänzlich verschwunden, aber der Weg zurück ins Berufsleben sollte sich als schwierig erweisen.

Also gründete er den Verein „Chance for Cancer Survivors“, mit dem er KrebspatientInnen den Wiedereinstieg in die Arbeit erleichtern will. Und er baute sein eigenes Unternehmen auf: My Personal Assistant, kurz My PA, übernimmt zeitraubende Tätigkeiten aller Art – und beschäftigt KrebspatientInnen.

Authentisch und transparent

Social Media haben viele Vorteile, es gilt aber, gewisse Dinge zu beachten. Wie viel möchte man preisgeben? Wählt man eine geschlossene Gruppe oder soll jede Person mitlesen können? „Erst nachdenken, dann posten!“, rät Felicitas Kilga, die soziale Medien gerade für PatientInnenorganisationen hilfreich findet, um den eigenen Wirkungskreis zu vergrößern und auch um Spenden zu sammeln. Angehenden BloggerInnen rät Michael Feilmayr regelmäßig zu posten und authentisch zu bleiben: „Zeigt mehr von euch als Mensch!“

Bevor Sie Ihren Blog starten …

• werden Sie sich über Ihre Ziele klar: Was und wen will ich mit meinem Blog erreichen?
• treffen Sie die Wahl über das Medium: Facebook, Instagram, YouTube und Co. – welche Plattform ist die richtige für mich?
• überlegen Sie, welche Inhalte Sie teilen wollen: Wie offen will ich kommunizieren?

Quellen:
• „Claudia’s Cancer Challenge” auf Facebook: https://www.facebook.com/claudiascancerchallenge/
• „Chance for Cancer Survivors” (Website): http://www.cancersurvivors.at/
• „Chance for Cancer Survivors” auf Facebook: www.facebook.com/chanceforcancersurvivors/
• My PA von Michael Feilmayr (Website): http://www.my-pa.at/
• My PA von Michael Feilmayr auf Facebook: www.facebook.com/myPAgmbh/
• Ambuzzador: https://www.ambuzzador.com/


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