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MS-Schutz und Recht: Steuerausmaß berechnen

Veröffentlicht am

Herr Mag. Rolf Reiterer informiert in seiner Funktion als diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger (DGKP) mit abgeschlossenem Studium der Rechtswissenschaften direkt in MS – Selbsthilfegruppen oder per Telefon. Die nunmehr erscheinende Rubrik behandelt wahre Geschichten, die ihm im Laufe seiner Tätigkeit bekannt wurden. Die Namen sind dabei zufällig gewählt, die Inhalte umfassen nicht nur einen konkreten Fall, sondern setzen sich aus mehreren Geschichten zusammen.

Im Teil 1 sprach Hr. Reiterer mit Hrn. Anton über die Möglichkeiten absetzbarer Aufwendungen. Nun folgt die steuertechnische Erklärung: Machen Sie Ihre Lohnsteuererklärung um das tatsächliche Steuerausmaß berechnen zu lassen. Und das funktioniert so: Vom gesamten Jahresgehalt – also dem Jahresbruttogehalt – werden die geleisteten Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. So erhalten wir unsere Einkommenssteuerberechnungsgrundlage. Damit wir wissen, was wir an Steuer leisten müssen, sind die folgenden Tarifstufen relevant: 

Tarifstufen Einkommen in Euro1 Grenzsteuersatz
11.000,– und darunter 0 %
über 11.000,– bis 18.000,– 25 %
über 18.000,– bis 31.000,– 35 %
über 31.000,– bis 60.000,– 42 %
über 60.000,– bis 90.000,– 48 %
über 90.000,– bis 1.000.000,– 50 %
über 1.000.000,– 55 %, ab 2020 50 %

 

Wir sehen in der Tabelle, dass alles unter 11.000,– Euro zunächst einmal steuerfrei bleibt. Sobald man aber einen einzigen Euro mehr als 11.000,– Euro verdient, so muss man diesen mit 25 % versteuern. Und das passiert nun auch mit dem gesamten Verdienst, der zwischen 11.000,– und 18.000,– Euro liegt. Geht der Bezug aber auch über 18.000,– Euro hinaus, dann ist ab dieser Grenze alles weitere mit 35 % zu versteuern. „Oje, dann muss ich ja ab einer Million 55 % Steuer bezahlen!“ bemerkt Herr Anton zynisch und wir beide lächeln. Wenn jetzt also Herr Anton abzüglich der Sozialversicherung 35.000,– Euro verdient hat, dann würde er 

  • für 7.000,– Euro 25 % Steuer(zwischen 11.000,– bis 18.000,–)
  • für weitere 13.000,– Euro 35 % Steuer(zwischen 18.000,– bis 31.000,–)
  • und für die restlichen 4.000, –Euro 42 % Steuer(zwischen 31.000, – bis 35.000, –) leisten müssen.

Um nun auf das Beispiel mit den 500,– Euro (dabei handelt es sich um Ausgaben für die Erkrankung von Herrn Anton zurückzukommen, wäre es nun so zu sehen, dass Hr. Anton nicht 35.000,– Euro verdient hat, sondern nur noch 34.500,– Euro. Das ist nun seine neue Einkommenssteuerbemessungsgrundlage. Bei den unteren Steuerklassen ändert sich natürlich nichts, weil er diese ohnehin überschreitet.1

Wie sieht das Ganze im Endergebnis aus?

  • Bei der Steuerklasse ab 31.000,– Euro (42 %) müsste Herr Anton für die letzten 4.000,– Euro eigentlich 1.680,– Euro Steuern zahlen.
  • Da er aber 500,– Euro absetzen kann, sind es aber nur noch 3.500,– Euro. Berechnet man nun von diesen 3.500,– Euro 42 % Einkommenssteuer, dann ergeben sich nur noch 1.470.- Euro Steuerlast.
  • Da Herr Anton als Arbeiter die Steuer schon geleistet hat, bekäme er nun vom Finanzamt 210,– Euro zurück.2

„Endlich verstehe ich es!“ sagte er mir. „Aber welche Voraussetzungen benötige ich dafür?“ Man muss dazu bereit sein, sich einen Behindertenpass ausstellen zu lassen. Aber er sei doch nicht 50 % behindert, unterbricht mich Herr Anton. Vermutlich nicht, sage ich: Um aber den für die Absetzbarkeit von Aufwendungen notwendigen Grad an Behinderung von 25 % feststellen zu lassen, reicht ein Bescheid, der zwar den Behindertenpass ablehnt, aber immerhin eine Behinderung von mindestens 25 % feststellt.

Quelle:

 MSeitenweise 1/2018, S. 13

Referenz:
  1. siehe §33 Abs. 1 EStG
  2. Anmerkung des Autors: Das Beispiel lässt der Einfachheit halber sonstige Bezüge im Sinne des §67 EStG (13. und 14.) sowie mögliche steuerfreie Basiseinkommen (12.600.- Euro) und mögliche Steuerabsetzbeträge (Alleinverdiener-Absetzbetrag, Pendlereuro etc.) außer Acht.
  3. Der Autor ist für die Inhalte des Beitrags selbst verantwortlich. Novartis Pharma GmbH übernimmt keine Gewähr oder Haftung für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte dieses Fremdbeitrags.


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